Eine sehr unterhaltsame Variante des Lern-Spiels zeigt derzeit die Kampagne “100 gute Gründe gegen Atomkraft” auf ihrer Webseite. Hier kann man als Argumentationstraining mit dem “Argumentationstrainer” die Pseudoargumente pro Atom unserer PolitikerInnen entlarven und lernen, mit welchen Gegenargumenten und vor allem mit welchen Fakten sie leicht auzuhebeln sind. Didaktisch ist dieses Spiel zwar nicht anspruchsvoll, aber seinem wesentlichen Ziel, Bildung durch Information, wird es gerecht.
Mein Tipp für das Spiel: Immer mal wieder den Schalter auf “Politiker XY hat Recht” stellen, dadurch erfährt man noch mehr.
In ihrem Blog Hochschulballett nehmen Thanh-Thu Phan Tan und Carola Kruse das Thema Partizipation im Netz auf originelle Weise in Angriff: Für einen empirisch fundierten Artikel in der Zeitschrift Medienpädagogik sammeln sie zunächst über den Blog Praxisberichte Lehrender und Studierender, um diese dann in zusammengefasster Form als Heftbeitrag einzureichen. Auf diese Weise kommt ein interessantes Spektrum unterschiedlicher Ansätze partizipativer Lehre zusammen. Da nicht nur Lehrende, sondern auch Studierende aufgerufen sind, entsteht zugleich eine weitere Perspektive, als man dies gewöhnlich bei Fachartikeln zur virtuellen Lehre kennt. Es könnten sich allerdings noch mehr Studierende äußern, bis heute gibt es erst einen studentischen Beitrag.
Eigentlich ist es längst eine Binsenweißheit: Monologisch aufgebaute Vorlesungen mögen zu akzeptablen Klausurergebnissen führen, einen langfristigen mnemotischen Effekt haben sie jedoch nicht. Trotzdem höre ich immer wieder von Studenten und Studentinnen, dass ein nicht unwesentlicher Teil der Professorenschaft genau das tut. Im besten Fall gibt es halbwegs ansprechende Präsentationen dazu, die aber schonmal schnell aus 60 und mehr “Folien” bestehen. Und sogleich als auswendig zu lernendes Skript mit Klausurrelevanz gelten.
Wie enervierend solche “Methoden” sind und wie man mit wenigen einfachen Mitteln eine Vorlesung visuell bereichern und damit einprägsamer machen kann, zeigt ein Video von Studierenden der University of Nottingham. Die im Video gezeigten Aussagen stammen aus Interviews mit Studenten und Studentinnen der Nottingham-Universität.
Debatten im klassischen Sinn sind eine didaktische Methode, Gelerntes zu vertiefen – oder ganz Neues kennenzulernen. Warum sollte man diese Methode nicht auch virtuell durchführen können? Eine Debatte mit der Konferenzfunktion von Skype war das erfolgreiche Resultat dieses Gedankens am 5. November. Mehr…
Diesen Titel hat ein exzellenter Vortrag von Prof. Rolf Schulmeister. (Kleine Nutzungshilfe: Man sollte im Menü rechts mit “Startaktion” anfangen, die beiden vorherigen Einträge liefern keinen Inhalt.)
Schulmeisters trockener Humor ist legendär. Seine präzisen Analysen der Didaktik sowie seine unverblümten Statements ebenso. Wer ihn noch nicht kennt, lernt ihn in diesem Video in einem Paradevortrag kennen.
Vom Unterhaltungswert ganz abgesehen ist sein Vortrag inhaltlich äußerst spannend. Eine auch für meinen eignenen mediendidaktischen Ansatz enorm wichtige Aussage in diesem Vortrag lautet:
Wir engagieren uns für den Computer nicht, weil er besonders gut ist [...], sondern weil er in sich ein Versprechen auf die Zukunft enthält. Er enthält ein Versprechen auf die Zukunft, aber dafür müssen wir ihn nicht lieben. Eine der größten Fallen, in die wir tappen könnten, wäre diese Perspektive auf die Zukunft zu verkennen und unsere Lehre voll und ganz der aktuellen Technologie anzupassen, und nicht zu warten, bis die Technologie umgekehrt reif für unsere Ideen ist.
Sehr aufschlußreich sind auch seine Studienergebnisse zur studentischen Nutzung von Podcasts und Blogs (und seine Ergebnisse entsprechen meiner Erfahrung, s. dieser Beitrag hier)