Die Initiative Fortbildung für wissenschaftliche Bibliotheken und verwandte Einrichgungen e.V. hat mit eingeladen, einen Vortrag über die Produktion von Bibliotheks-Imagefilmen zu halten. Mit dem Titel “Viel Film für wenig Geld – Imagefilme für Kunst- und Museumsbibliotheken” stelle ich am 17.11.2011 den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Veranstaltung verschiedene Ansätze und Wege zum eigenen Imagefilm vor.
Das Besondere hierbei ist, dass Kunst- und Museumsbibliotheken oft sogenannte OPL, also eine One Person Library, sind. Damit sind schonmal zwei Dinge klar: Es gibt weder große Budgets für die Medienproduktion, noch eine größere Zahl an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die man in ein Filmprojekt einspannen kann. Und dies addiert sich zum üblichen Problem des Zeitmangels. Man muss daher nach Wegen schauen, die in dieser Situation dennoch eine gute Produktion ermöglichen.
Beispiele
Man findet zwar inzwischen viele Image- und Produktvideos von Bibliotheken (einige sind hier und hier zusammengetragen), aber die recht spezifischen Kunst- und Museumsbibliotheken sind dabei selten zu finden, zum Teil sicher, weil sie im Gesamtmarketing des Museums vorgesehen werden. Aber manchmal werden sie auch einfach vergessen oder nicht als Elemt des Gesamtkonzepts “Museum” verstanden (s. Imagefilm der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden).
Die Bibliothek des Guggenheimmuseums in Bilbao
In diesem Beispiel hat man sich zwei einfacher filmischer Techniken bedient, um mit geringen Mitteln interessante Effekte zu erhalten: Zum einen gibt es immer mal wieder einen Wechsel des Fokus im Bild, zum zweiten werden verschiedene Perspektiven, wie Totale, Halbtotale und Nahaufnahme, genutzt. Der Fokuswechsel ist natürlich nur mit einer Kamera möglich, deren Optik das kann; somit fallen für solche Aufnahmen die üblichen Mini-DV- und Mini-Camcorder aus der Wahl heraus, mit denen nur eine einheitliche Tiefenschärfe über die gesamte Bildtiefe möglich ist. Ein weiteres gestalterisches Element dieses Films ist im Filmschnitt umgesetzt worden: Beschleunigung. Hier braucht man eine Schnitt-Software, mit der sich das anständig machen läßt (und Windows MovieMaker gehört nicht dazu).
Geringe Mittel, viel Fantasie
Im Seminar “Bibliothek – läuft” sind interessante Ergebnisse entstanden, die zeigen, wie man mit extrem einfachen Mitteln zu Ergebnissen kommt. Klar ist: Wer wenig investieren kann, darf auch keine hochprofessionellen Ergebnisse erwarten. Aber auch ein anderer Aspekt wird deutlich: Trotz knapper Ressourcen kann man durch fantasievolle Herangehensweisen zu inhaltlich und narrativ interessanten Filmen führen. Es gibt dafür aus dem Seminar zwei Beispiele: “Die Anmeldung” und – ganz besonders gelungen – der Film über die Minibib in Köln “Vom Büdchen zum Bücherbüdchen”:
Vom Büdchen zum Bücherbüdchen – die Minibib im Kölner Stadtgarten from edaktik on Vimeo.
Anderes Thema, interessante Umsetzung: Street Book Library
Filmisch wurde auch hier wieder mit Fokusänderungen, aber auch mit sanften Kameraläufen (statt Zoom) gearbeitet. Gelungen finde ich ferner die nahen, aber nicht aufdringlichen Portraits der Interviewten und die sehr schön gestalteten Titel. Meiner Meinung nach hat dieses Video ein insgesamt reduziertes und gerade deshalb inhaltlich wie ästhetisch überzeugendes Konzept.
Vortragspräsentation
Hier ist die Visualisierung zu meinem Vortrag:
