Hightech im Wohnzimmer: Datenhandschuhe selber bauen

Imogen Heap tanzt mit ihren Datenhandschuhen (Foto: Aurora Crowley)

Imogen Heap tanzt mit ihren Datenhandschuhen (Foto: Aurora Crowley)

Immer wieder tauchen auf Technik-, Computer- und Spielemessen Datenhandschuhe auf. Sie werden dann gross inszeniert und wirken unerreichbar. Das ändert sich mit dem Handschuhprojekt von Imogen Heap. Raus aus dem Techno-Olymp, rein in’s eigene Wohnzimmer. Die Musikerin (im Bild bei einer Performance mit ihren Datenhandschuhen) arbeitet mit einem Team von Musik-Kolleginnen und -Kollegen seit ein paar Jahren an diesem Projekt. Was ihnen bisher gelungen ist, kann sich sehen lassen, und so wundert es nicht, dass das Projekt nun über Kickstarter in eine Crowdfunding-Runde einsteigt. Aber was ist denn so besonders an diesem Datenhandschuh? 

Das Besondere stellt sich uns in mehreren Teilen des Projekts dar:

  1. Dieses (scheinbare?) Hightechprodukt ist entmystifiziert und Imogen und ihre Leute zeigen, dass jede_r sich solche Datenhandschuhe bauen kann. Den Datenhandschuh aus dem Hightech-Tempel der Industrie zu befreien, ist ein Meilenstein. Andere Produkte, z.B. Datenbrillen und kinetische Geräte, werden folgen. Das führt dazu, dass wir nicht mehr einfach die dummen Konsumenten sind, sondern wir wissen, wie etwas funktioniert. Und jetzt kommt das Spannende: Wir können deshalb etwas auch reparieren, statt es wegzuwerfen und abermals zu kaufen. Das ist der Beginn des Übergangs von der konsumorientierten Gesellschaft zu einer Kultur, in der jede/r Dinge für den eigenen Bedarf produziert, verbessert und repariert.
  2. Das „Maker„-Gefühl stellt sich ein. Eine Anleitung zum Bau eines solchen Datenhandschuhes sowie die offene Weitergabe dazu passender Software für den Datenaustausch katapultieren diese scheinbar so komplexe und geheimnisvoll schwierige Technologie in das heimische Wohnzimmer. Alles was es braucht, sind Handschuhe (selbst genähte oder auch fertige), einige haushaltsübliche Dinge, evtl. etwas Sugru, ein Arduino-Board und natürlich Zeit und Geduld. (Ein bisschen weniger TV-Konsum am Tag, und schon hat man für so etwas Zeit.)
  3. Der Gedanken der „Offenen Kultur“ oder Kultur offener Quellen wird durch die extrem transparente Projektinformation und -kommunikation weitergetragen und auf die Entwicklung von Produkten angewendet. So sieht die Zukunft innovativer Produktentwicklung aus: Die (zukünftigen) Benutzer eines Produkts werden schon früh über die sozialen Online-Medien in die Entwicklung einbezogen, ihre Wünsche und Vorschläge finden Beachtung.

Menschen werden auf ein Produkt aufmerksam (gemacht), aber in diesem Fall auch ermutigt und angeregt, einmal etwas selber auszuprobieren. Also: Baue deinen eigenen Datenhandschuh und tanze dein Bild, deine Musik, irgendetwas. (Ah ja, gaming geht damit sicher auch.)

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