So geht’s (auch): Eigenes E-Book veröffentlichen, Teil 2

Cover des E-Books

Cover des E-Books

Nachdem ich in Teil 1 beschrieben habe, wie ein E-Book erstellt werden kann, wende ich mich hier im 2. Teil dem Veröffentlichen des Buches zu. Die gesetzten Voraussetzungen dafür sind, dass das E-Book unter einer Creative-Commons-Lizenz kostenlos verfügbar sein soll, ausserdem soll es eine ISBN haben und die Veröffentlichung auch für mich ohne Kosten möglich ist. Das sind Kriterien, die gar nicht so leicht unter ein Dach zu bekommen sind, wenn man sich die Online-Plattformen ansieht. Aber es geht, wie ich hier nun beschreibe. Und einen geheimen Trick für Smashwords verrate ich euch auch.Es gibt etliche E-Book-Plattformen sowie Verlage mit Mischkonzepten. Einige davon werden in Matthias Andraschs Artikel im PB21-Blog genannt, durch den ich insgesamt grundlegende Anregungen zu meinem eigenen Vorgehen erhalten habe. Ich habe mich auf Xinxii, Lulu und Smashwords konzentriert. Als zusätzliche Vertriebskanäle (wenn man das bei einem kostenlosen E-Book so sagen kann) sind Google Books bzw. Google Play und Project Gutenberg.

Xinxii, Lulu, Smashwords

Lulu distributiert nur englischsprachige E-Books.

Lulu distributiert nur englischsprachige E-Books.

Sowohl bei Xinxii als auch bei Lulu ist es nicht möglich, ein E-Book vollkommen frei anzubieten, also ohne Kosten für den Download. Der Erhalt der ISBN ist zudem bei beiden Plattformen kostenpflichtig, obwohl durch die Verkaufsprovisionen die ISBN finanziert sein müsste. Der Upload meiner ePub-Datei zu Xinxii verlief ohne  Probleme, bei Lulu dagegen generierte der Upload des gleichen ePub Fehlermeldungen. Eine zu Lulu hochgeladene Worddatei (.docx) wurde dann nur als PDF generiert. Aber Lulu ist generell für nicht-englischsprachige Werke uninteressant, denn nur vollständig englischsprachige E-Books werden von Lulu distributiert, alle anderen sind ausschliesslich auf der Lulu-Website erhältlich. Mit Xinxii dagegen habe ich diesbezüglich mit einer früheren Veröffentlichung positive Erfahrungen gemacht.

Smashwords Preisgestaltung

Smashwords Preisgestaltung

Als Alternative habe ich das mir bis dahin unbekannte Smashwords angesehen. Pluspunkte waren eindeutig die kostenfrei erhältliche ISBN sowie die Möglichkeit des kostenlosen Downloads des E-Books. Dafür ist das Prozedere bei Smashwords etwas umständlich. Will man nämlich das E-Book in verschiedenen Formaten dort wie auch auf den Partner-Portalen zur Verfügung stellen, geht dies nicht, wenn man eine ePUB-Datei hochlädt; stattdessen muss man ein Word-Dokument hochladen, dass zudem ganz spezifischen Formatierungsvorschriften entspricht. Glücklicherweise bietet Jutoh einen speziellen Export einer smashword-optimierten ODF-Datei an. Dann muss man das freilich noch mit OpenOffice oder LibreOffice öffnen und im Wordformat DOCX speichern, denn nur dieses wird von Smashwords akzeptiert. Das Cover-Bild muss übrigens separat hochgeladen werden und sollte mindestens 1200 Pixel breit sein.

Smashword-Trick für ePUB-Dateien

Ist dieses Dokument hochgeladen, wird es von Smashwords durch deren Konvertierungsprogramm mit dem unschönen Namen „Meatgrinder“ gejagt. Leider fand ich das daraus resultierende ePUB vom Layout her tatsächlich recht verwurstet. Aber es gibt ja doch für die meisten Probleme eine Lösung, auch wenn sie nicht offensichtlich ist. Nach der Konvertierung der DOCX-Datei in ePUB- und sonstige Formate ist es möglich, eine Aktualisierung des Buches hochzuladen – und das funktionierte einwandfrei auch mit meinem selbst erstellen ePUB. Dieser undokumentierte Trick hat auch noch den Vorteil, dass man noch die ISBN in das eigene ePUB eintragen kann, da man diese auch erst nach dem Hochladen der DOCX-Datei bestellen kann. So kommt man bei Smashwords zu einem ePUB-Buch mit dem gewünschten Layout sowie der eingetragenen ISBN und hat dennoch auch die anderen Formate dort im Portfolio (z.B. PDF und Mobi).

Google Books und Projekt Gutenberg

Google ID oder ISBN

Google ID oder ISBN

Ja, man kaum gegensätzlichere Unternehmungen in eine Überschrift packen. Während Google offenbar nichts in der Welt auslassen will, womit sie Geld verdienen könnten, ist das Projekt Gutenberg gerade aus der entgegengesetzten Motivation gegründet worden. Für das Buchprojekt „Videotechnik“ sind beide aber gleich gut, denn hier wie dort kann ich ein E-Book kostenlos einem breiten Publikum anbieten.  Bei Google ist es möglich, einem bereits vorhandenen Konto das Books-Partnercenter hinzuzufügen. Damit ist zugleich auch der Google-Play-Store eingeschlossen. Nach dem Akzeptieren der wieder einmal langen und schwer verständlichen Nutzungsbedingungen geht alles weitere leicht von der Hand: Hochladen kann man PDF, ePUB- und Grafikdateien, letztere für das Coverbild. Hat man nun schon eine ISBN, ist man gut dran, denn andernfalls wird dem Buch eine Google-ID verpasst, die ausserhalb des G-Imperiums keine Bedeutung hat. Für die Lizenzierung steht erst einmal die neueste Creative-Commons-Lizenz zur Verfügung; es ist möglich weitere selber zu definieren. Nach dem Upload der Dateien und dem Eingeben von Metadaten kann es eine Weile dauern, bis das E-Book sowohl bei Google Books als auch bei Google Play erhältlich ist.

Beim Projekt Gutenberg stehen nicht nur zahlreiche E-Books für die freie Verwendung zur Verfügung, es ist auch möglich im Teilprojekt „Self.Gutenberg“ ein eigenes Buch zu publizieren. Leider wurden zur Zeit, da ich diesen Artikel schrieb, gerade Wartungsarbeiten dort durchgeführt, ich werde also an dieser Stelle meine Beschreibung zu Self.Gutenberg nachholen.

Das fertige E-Book „Videotechnik“ könnt ihr kostenlos bei Smashwords oder von den anderen oben genannten Portalen (Google und Gutenberg) herunterladen. Im 1. Teil des Artikels kannst du lesen, wie ich das E-Book erstellt habe (und welche anderen Wege es dafür gibt).

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