Offene Bildungsmaterialien (OER) selber machen

OER-Logo


Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:OER_Logo.svg

Vom 29. April bis zum 12. Mai widmet sich der #COER13 den Möglichkeiten und Bedingungen, offene Bildungsmaterialien selber herzustellen und zu veröffentlichen. Das Thema erstreckt sich von den praktischen Seiten der Produktion bis zu den anwendbaren Lizenzen. Am 2.5. berichtete André Spang in der Online-Veranstaltung „Handwerkszeug zum Erstellen von OER“ über verschiedene Werkzeuge, die man sich bei der Materialerstellung zu Nutze machen kann. Dies ist mir Anlass, hier ergänzend auf weitere Tools aufmerksam zu machen.

Von den Tools, die André Spang vorstellte, ist Popcorn aus der Mozilla-Küche das spannendste, da es eine einfach anwendbare Möglichkeit bietet, multimediale Inhalte zu erstellen. Genau genommen stellt man mit Popcorn einfach bereits im Web Vorhandenes zusammen. Aber gerade dadurch können ganz neue Zusammenhänge gebildet werden. Metadaten und Lizenzierung (z.B. mit einer Creative-Commons-Lizenz) sind für OER sehr wichtig, daher sollte man hier wie überall sonst darauf achten, ob beides frei definierbar ist.

Lernkarten haben den Medienwandel recht gut überstanden – man sieht sie nicht nur weiterhin in ihrer papierenen Erscheinungsform, sondern auch digital wird diese Lernmethode genutzt. Etliche Webportale bieten dieses digitale Äquivalent an, oft auch im Zusammenhang mit zusätzlichen Apps für’s Smartphone. Eine davon ist Card2Brain. Ein zusätzliches Feature ist die Bearbeitung einer Kartei von Gruppen oder Teams. Alle auf Card2Brain erstellten Karteikarten sind öffentlich sichtbar, es gibt aktuell keine Möglichkeit, das anders einzustellen. So gesehen könnte man von erzwungenem OER sprechen, aber es fehlt den Daten jegliche explizite Lizenz. Das gilt leider auch für die ebenfalls öffentlich zugänglichen Lernkarteien bei Cobocards. Bei beiden Anbietern habe ich zudem keine Möglichkeit gesehen, Metadaten zu definieren.

Einen ganz anderen Weg des Authorings kann man mit Docendo beschreiten. Mit diesem webbasierten Editor für SCORM-Lernmodule, der unter GNU-Lizenz steht und auf einem eigenen Webserver installiert wird, können multimediale Lerneinheiten entwickelt und angepasst werden, auf die man nach eigenem Belieben Metadaten und Lizenzen anwendet.

Einen nochmals anderen Weg kann man mit dem Firedocs eLML-Editor beschreiten. Er basiert auf dem eLML-Editor und vereinfacht durch das User-Interface die Arbeit mit XML-Dokumenten deutlich. Ein gangbarer Weg hiermit ist der Export aus z.B. Word oder LibreOffice als HTML-Dokument und dieses Dokument dann im Editor zu bearbeiten. Eine andere Frage ist dann allerdings, wo man das Ergebnis zur Verfügung stellt.

Eigentlich für die Erstellung von E-Books programmiert, aber nicht nur auf diese beschränkt, ist der Editor Jutoh. Diese Software, die man lokal auf verschiedenen Betriebssystemen oder auch als portable Software auf einem USB-Stick nutzen kann, ist ein hervorragender WYSIWYG-Editor für grössere Text-Bild-Dokumente. Interaktive und audiovisuelle Medien können hiermit nicht verarbeitet werden. Durch die unabhängige Erstellung der Materialien kann man diesen wieder uneingeschränkt die gewünschten Metadaten und Lizenz zuweisen.

Zusammen mit den von André vorgestellten Möglichkeiten sind das nun schon eine ganze Menge. Aber aus der Fülle der Tools und Software muss sich jeder auch heraussuchen, was für die eigene Arbeit am besten geeignet ist. Und man braucht keine Kristallkugel, um zu sehen, dass sich in diesem Bereich in den nächsten Jahren sehr viel entwickeln wird. Je grösser die Nachfrage nach offenen Bildungsquellen wird, desto wichtiger wird auch die Software, mit der man diese erstellen und wiederum nutzen kann.

 

 

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