Games for brains, Teil 3: Körperwelten

Sackgasse PlugIn

Heute fasse ich den Begriff „Spiel“ mal etwas weiter und rechne auch solche Edutainment-Anwendungen dazu, die einfach einen spielerischen, oder verspielten, Ansatz zur Erkundung des menschlichen Körpers anbieten.

Virtuelle Reisen durch den Körper werden vielfach angeboten, einige davon auch webbasiert. Zu denen, die sich gezielt an Kinder wenden, gehört Mein Körper und ich. Hier werden verschiedene Herangehensweisen angeboten, vom visuellen Lexikon über die Körperwerkstatt bis zum 3D-Modell. Schade ist allerdings, dass man das 3D-Modell nur nutzen kann, wenn man das kaum verbreitete Unity-Plugin installiert.

3D-Körperatlas des Verlags Wort&Bild

Der Wort&Bild-Verlag, der die sicher wohlbekannte „Apotheken-Umschau“ herausgibt, bietet überraschenderweise ebenfalls für die kostenlose Nutzung einen 3D-Körperatlas an. Die Farbcodierung der unterschiedlichen physischen Aspekte gefällt mir hier ebenso, wie die Möglichkeit, immer weiter in Details hinein zu zoomen, sowohl visuell als auch textbasiert. Dass die Details in einem Popup gezeigt werden ist zwar nicht so elegant, aber sicher besser als ungewöhnliche Plugins. Hier wird Flash eingesetzt und damit auf eine bisher sehr verbreitet unterstützte Technologie gesetzt. Der Körperatlas ist ganz sicher kein Spiel mehr, baut aber auf Neugier und die Lust des nichtlinearen Entdeckens. Sympathisch ist auch, dass jede Detailseite gedruckt werden kann. Als PDF sieht dass dann so aus.

Google Bodybrowser mit WebGL

Ganz klar weiter in diese Richtung geht der Bodybrowser aus dem Google-Labor. Was den oben genannten fehlt sind elegante, fließende Anpassungen der Ansicht sowie echte interaktive Möglichkeiten. Hier aber findet man solche Elemente: Notizen und das dauerhafte visuelle Hervorheben von Körperteilen für verschiedene Ansichten des Bodybrowsers gehören dazu. Für Renée Scheppler ist der Google Bodybrowser ein geeignetes Werkzeug für den Schulunterricht. Ich finde allerdings, dass die technischen Probleme dem noch entgegen stehen.

Für Google ist der Bodybrowser vor allem ein Usecase für den Einsatz von WebGL. So vielversprechend WebGL auch für zukünftige Web-Anwendungen auf Basis von HTML5 ist, fangen hiermit doch aktuell auch schon die Probleme an. Unter MacOS verweigert der aktuelle Safari die Darstellung, für den Firefox ist die Nutzung von WebGL standardmäßig deaktiviert (wie man sie aktivieren kann ist im Blog www.vanderelbe.de beschrieben). Auch im Chromium muß WebGL erst explizit aktiviert werden. Das wird sicher an vielen Nutzungswilligen vorbeigehen, die einfach nur beim Aufrufen des Bodybrowsers eine Fehlermeldung sehen und denken, es ginge halt nicht. Und wessen Browser WebGL unterstützt, kann immer noch unter der momentan noch heftigen Ausnutzung der Rechnerressourcen und der damit verbunden Langsamkeit bei der Anzeige leiden.

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