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iTunes U als Marketinginstrument

Bereits am 30. Mai 2007 verkündete der weltweit größte Apfel die Eröffnung von iTunes U. Jedoch hat Apple iTunes U zunächst den US- und kanadischen Hochschulen vorbehalten, ab 2008 partizipierten dann auch Australien, Großbritannien, Irland und Neuseeland.  Im Januar 2009 startete Apple seine Offensive für das nicht-englischsprachige iTunes U. In Deutschland waren sofort die RWTH Aachen und die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg dabei. Wenige andere sind bisher nachgezogen, u.a. auch die Universität Osnabrück.

Wenig iTunes-U-Enthusiasmus

Nun sind also 1,5 Jahre vergangen, aber immer noch nutzen nur 6 deutsche Hochschulen iTunes U als Hub für ihre Audio- und Video-Aufzeichnungen. Warum ist das so?

Zum einen wird schon seit längerem das kommerzielle Umfeld des iTunes-Stores, in dessen Rahmen iTunes U eingebettet ist, kritisiert. Dennoch: Die iTunes U-Angebote sind kostenfrei. Aber um sie zu beziehen, muß man iTunes auf dem Rechner oder mobilen Gerät installieren, denn das angebotene Format ist proprietär und daher nicht mit anderer Software, z.B. Miro, nutzbar. Andererseits unterstützt nicht jedes mobile Gerät iTunes als Software. Alternative Portale, wie yovisto oder podcampus bieten wiederum nicht den Bedienkomfort und oft auch nicht die ansprechende Optik.

Nicht vergessen darf man, dass zwar im großen Spielfeld der E-Learning-Möglichkeiten gerade Audio- und vor allem Videoaufzeichnungen einen sehr großen Anteil ausmachen, zugleich aber E-Learning (und erst Recht Mobile Learning) bislang eine sehr geringe Verankerung in den Hochschulen Deutschlands erreicht hat.

iTunes U als Marketinginstrument

Diejenigen Hochschulen, an denen solche Technologien stärker unterstützt werden, verfügen in der Regel über eigene Server, auf denen die Aufzeichnungen gehostet werden. Über Lernplattformen oder auch direkt auf den Webseiten der Lehrenden werden sie dann zur Verfügung gestellt. Das ist zwar eine Möglichkeit, aber bei diesem Vorgehen wird die größere Reichweite von iTunes (und damit indirekt auch iTunes U) ausser Acht gelassen. Dort veröffentlichte Aufzeichnungen dienen nicht unbedingt primär der Zurverfügungstellung – das geschieht meist auf der Lernplattform. Aber sie können als Marketinginstrument begriffen werden. Einige der amerikanischen Universitäten zeigen deutlich, dass sie genau darin den Schwerpunkt ihrer iTunes-U-Präsenz sehen.

Allerdings ist der Aufbau einer solchen iTunes-U-Seite mit Aufwand verbunden und bedarf eines nicht geringen technischen wie gestalterischen Know-Hows. Wiewohl die Hochschulen generell über EDV-Servicestellen verfügen, reichen die Ressourcen wahrscheinlich doch nicht immer für diesen Kraftakt. Hinzu kommen die Voraussetzungen, die Apple nur sich bewerbenden Hochschulen gegenüber kommuniziert. So muß eine gewisse technische Qualität ebenso erfüllt werden, wie der regelmäßige Upload neuer Daten, um die Attraktivität des Channels zu erhalten. Denn iTunes U ist für Apple nur eines: Ein Marketinginstrument.

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