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Lernhemmung bei der CeBIT

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In zwei Tagen startet die bekannte Messe “Centrum für Büroautomation, Informationstechnologie und Telekommunikation” (CeBIT). Anlaß, kurz mal zu schauen, ob sich eine Fahrt nach Hannover lohnt oder nicht.

Wie Michael Kroker historisch skizziert, hat die CeBIT so einige inhaltliche und strukturelle Wendungen innerhalb weniger Jahre vollzogen – und trotz der ständig erneuerten Kursbestimmung drastisch Kunden verloren, Besucher wie auch Aussteller. Sein Kollege Ben Schwan bezeichnet die Deutsche Messe AG sogar als “Trendhure”. Ein Verhalten, dass der Messe offenbar nicht geholfen hat, denn es scheint sich eine Art Völlegefühl hinsichtlich digitaler Neuerungen einzustellen. Zumal ich nicht mehr wie früher auf die CeBIT warten muß, um Details über neue Produkte zu erfahren, oder diese sogar auszuprobieren. Dass Freikarten inzwischen in Kontigenten von 2000 Exemplaren und mehr herausgegeben werden, ist da nur ein weiteres Krankheitssymptom dieser Handelsplattform.

In den Markt und die CeBIT eingetreten ist nun auch das technologiegestützte Lernen. Auf der CeBIT wird diesem Themenspekturm das “Forum Learning & Knowledge Solutions” eingeräumt. “E-Learning 2.0″ oder  “Microcontent”, “Game-based Learning” und “Social Messaging and Collaboration” sind in der Wirtschaft angekommen, wie man dem Programm entnehmen kann. Das ist einerseits erfreulich, andererseits erstaunt mich die zeitliche Verzögerung zwischen Bildungsforschung  und der Anwendung der Ergebnisse doch immer wieder. Die Kurzdarstellung dieses Teils der Messe klingt leider auch nicht nach neuen Erkenntnissen und noch weniger nach neuem Schwung; vielmehr habe ich beim Lesen den Eindruck, die Ankündigungen längst vergangener Learntec- und Didacta-Termine wiederzuerkennen. Erstaunlich ist da schon eher, dass es ein Wiki-Camp geben soll. Leider findet es aber am Samstag statt und erhält damit den Status des “Freizeitvertreibs” der Geeks.

Ich habe meine Freikarte jedenfalls bereits verschenkt. Ein Kollege nutzt sie sinnigerweise als Lesezeichen – auch keine schlechte Idee.

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