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Gar nicht dröge: Szenesprachenwiki

Screenshot Szenesprachenwiki

Screenshot Szenesprachenwiki

Dass ein Wiki auch mal ganz anders aussehen und ausgesprochen peppig daherkommen kann, beweist das Szenesprachenwiki, ein Gemeinschaftsprojekt der Dudenredaktion und des Trendbüros. Naja, und der Netzuser, die explizit aufgefordert werden, mitzumachen beim Wiki. Das tut man angesichts der schönen Grafik, dezent und ansprechend animiert mittels Javascript, und kreisförmiger, bunter Kategorien gerne. Ein ästhetischer Genuß ist das sicher. Und so haben sich auch schon einige angesprochen gefühlt und das ihre an Szenesprache beigetragen. Immerhin sind das seit dem Start im März bereits 2266 Wörter.

Schick ist natürlich auch das Single-Sign-On über einen Facebook-Account (Facebook-Connect) und die mobile Version.

Ein schöner Anfang. Aber ich wäre ja nicht ich, wenn ich nicht genauer und vor allem kritisch hinschauen würde. Das Wikikonzept ist in diesem Fall deutlich eingeschränkt worden. Wie es in der FAQ heißt, kann man “aus organisatorischen Gründen” vorläufig nicht die Beiträge anderer bearbeiten. Was ist daran zu organisieren? Und was hat es mit dem versprochenen “zweiten Schritt” auf sich, der das Editieren dann ermöglichen soll? Ich bin gespannt.

Und dann ist das Ganze ja nicht wirklich so zum Spaß in der virtuellen Welt. Dudenverlag und Trendbüro wollen letztlich ein Buch generieren, das Wörterbuch der Szenesprachen. Welche der im Wiki gesammelten Worte es in das Elfenbeinmedium schaffen, entscheiden zu gegebener Zeit … nein, nicht die Netzuser oder die Wiki-Beiträger, sondern das Team der Kooperationspartner. Prompt wurde von seitens der User kritisiert, dass mit Hilfe unbezahlter Kräfte – nämlich der Wiki-Autoren und -Autorinnen, ein kommerzielles Produkt entsteht. Durchaus ein Aspekt, den es meiner Ansicht nach zu bedenken gibt.

Wer versuchen will, sein(e)(n) Begriff(e) in das kommende Wörterbuch zu bekommen, muß sich nun sputen, denn laut Blogeintrag vom 28. April ist in drei Wochen Redaktionsschluß.

Trotz der Kritikpunkte sehe ich auch einen positiven Aspekt an diesem Wikiprojekt. Die angenehme Optik, die zugleich Nutzerführung und Information miteinander verbindet ist ein ästhetischer Angriffs auf das dröge Wiki-Einerlei, dass das Netz dominiert. Erweiterungen wie Facebook-Connect können als Hinweis auf weitere, ähnliche Technologien gedeutet werden, die z.B. die Integration unterschiedlicher Websites, auf denen jemand aktiv ist, erleichert.

Ich bin auf jeden Fall gespannt, ob das Szenesprachenwiki nach dem Erscheinen des Buches eingefroren wird oder ob es ein Leben nach dem Druck gibt.

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