Lectora Professional Publishing Suite
Lectora aus dem Hause Trivantis hat in Deutschlands Ausbildungsszene einen hohen Bekanntheitsgrad. Die Software ist lizenzpflichtig und die Lizenzkosten sind nicht von Pappe (s. Fazit). Was bietet das Programm dafür?
Beim Start der Software werden gleich eine ganze Menge Templates angeboten, die für den Anfang eine Grundlage bilden können. Ambitionierte Autoren und Autorinnen werden ohnehin eigene Templates entwickeln, aber auch dafür können die mitgelieferten Vorlagen als Ausgangsmaterial genutzt werden.
Übersichtlichkeit verschenkt
Der Arbeitsbereich von Lectora ist im Zentrum übersichtlich aufgeteilt in einen linken und rechten Fensterteil. Links sind alle Elemente des E-Learning-Moduls in hierarchischer Gliederung zu sehen, rechts wird die jeweils ausgewählte Seite des Kurses mit allen grafischen und textlichen Inhalten dargestellt.
Wie viele Windows-Programme leidet aber auch Lectora an einer Überlast an Menüs und Menüsymbolen. Es ist mir ein Rätsel, warum z.B. konstant am unteren Fensterrand die Symbolleiste für Zeichenobjekte eingeblendet ist oder warum die Standardausführung am oberen Fensterrand auch Funktionsbuttons anbietet, die eher selten verwendet werden. Übersichtlich ist das nicht, und damit geht auch einiges an Bedienkomfort verloren.
Multimedia und Interaktion inklusive
Lectora bietet drei Modi an: den Bearbeitungs-, den Ausführungs- und den Vorschaumodus. Während die Vorschau den Kurs losgelöst aus der Lectora-Umgebung zeigt, bleibt man beim Ausführungsmodus optisch in der Softwareumgebung und kann damit schnelle Funktionstests durchführen. Dies bietet sich z.B. bei neu angelegten Navigationen an. Im Bearbeitungsmodus können Grafiken, Texte und andere Mediaobjekte modifiziert oder eingefügt werden. Ein gewisses PowerPointTM-Gefühl entsteht hier bei der Arbeit. Die Bandbreite der einfügbaren Multimediaobjekte ist allerdings sehr viel größer als beim Microsoft-Produkt.
Mit jedem Mediaobjekt können interaktive Aktionen verknüpft werden, die Trivantis in großer Menge bereits integriert hat.Der Zugriff ist leicht, indes muss die Handhabung etwas geübt werden.
Apropos Interaktivität: Für die Integration von Übungen und Tests ist ebenfalls vorgesorgt. Gut verständliche Dialoge führen den Anwender zügig durch diese sonst knifflige Aufgabe. Aber auch hier könnten die Entwickler noch an der Übersichtlichkeit und Benutzerfreundlichkeit arbeiten.
Standardkonforme Veröffentlichung
Für E-Learning-Autoren und -Autorinnen ist der Export des produzierten Kurses ein sehr wichtiger Aspekt. Das Speichern als AICC- oder SCORM-Projekt sollte ohnehin selbstverständlich sein, daneben bietet Lectora aber auch die Veröffentlichung in anderen Formaten an. Hier fehlt natürlich nicht die Option, direkt in CourseMill zu publizieren, dem LMS von Trivantis.
Fazit
Rapid E-Learning ist machbar – besonders die Umsetzung bereits vorhandenen Materials in einen E-Learning-Kurs geht leicht von der Hand. Für komplexere Szenarien ist etwas mehr Üben und Ausprobieren nötig.
Lectora überzeugt auch in der funktionalen Unterstützung, sei es durch Templates, durch interaktive Aktionen oder weitere Features, beispielsweise das integrierte Screengrabbing.
Bei der Übersichtlichkeit und der optischen Ästhetik sind noch einige Verbesserungen möglich, hier wirkt Lectora altbacken. Dafür kann es wiederum mit den Exportmöglichkeiten punkten. Lectora ist für die direkte Produktion von E-Learning-Modulen konzipiert, Werkzeuge zur Planung eines Kurses, z.B. ein Storyboard-Tool, fehlen hingegen. Eine Hürde bei der Anschaffung können die Lizenzkosten darstellen. Laut einem Datenblatt (zu finden auf der Website der Chemmedia AG, Stand: September 2008) kostet eine Autorenlizenz für die Lectora Professional Publishing Suite 2.095,- €, für Hochschulen 495,- €.




