Nicht klotzen, sondern kleckern!
Tutorials richtig konzipieren
Immer wieder stoße ich auf Tutorials von epischer Länge. Gut gemeint ist es sicherlich, alle Funktionen einer Software gleich in einem einzigen Dokument erklären zu wollen. Aber gut gemeint reicht eben nicht. Wie Sie das besser machen können, verrät Ihnen dieser Artikel.
Stellen Sie sich vor, Sie müssen sich in eine Ihnen vollkommen unbekannte Software einarbeiten. Wie gehen Sie vor? Setzen Sie sich einfach an den Rechner und “spielen herum”? Oder schnappen Sie sich erst mal das Handbuch und lernen es auswendig? Egal welcher Lerntyp Sie sind, Sie wollen möglichst schnell produktiv mit der Software arbeiten können – und brauchen gerade deshalb früher oder später eine Auszeit.
Häppchenweise
Um erfolgreiches und effizientes Lernen zu ermöglichen, sollte Ihr Tutorial die Lernenden nicht überfordern. Das bedeutet, dass die oft kurze Aufmerksamkeitsspanne vieler Lernender ebenso berücksichtigt werden muss wie die Komplexität des Lernstoffs. Wie packt man diese beiden widersprüchlich erscheinenden Aspekte unter einen Hut? Ganz einfach: Servieren Sie Häppchen.
- Entwerfen Sie ein Beispielprojekt.
- Teilen Sie den Projektablauf in typische Einzelschritte ein. Denken Sie dabei prozessorientiert.
- Geben Sie jedem dieser Schritte einen aussagestarken Titel.
- Jeder Prozessschritt wird als Minitutorial von Ihnen konzipiert. Also fertigen Sie für jeden dieser Steps eine eigene Lerneinheit an.
- Geben Sie Ihren Lernenden nach jeder Lerneinheit die Möglichkeit, das soeben Erklärte aktiv auszuprobieren.
- Damit die Lernenden ihre Ergebnisse überprüfen können, legen Sie auch eine Lösung bei.
Effizienter Fokus
Am Ende steht das ganze Projekt in der Gesamtheit seiner Einzelteile und -prozesse. Auf diese Art vermitteln Sie den Lernenden auch gleich die Zusammenhänge zwischen den Arbeitsschritten. Und in den überschaubaren Einzeltutorials können Sie wertvolle Hintergrundinformationen unterbringen, die bei zu umfangreichen Tutorials schlicht “übersehen” bzw. “überlesen” werden.
Mit dieser einfachen Methode geben Sie den Lernenden die Möglichkeit, auf ein Teilthema zu fokussieren, dieses aktiv zu üben und schnell motivierende Erfolgserlebnisse zu haben. Teilbereiche können außerdem jederzeit gezielt wiederholt werden. Die Übersichtlichkeit der Lerneinheiten nimmt Nutzern die Angst vor Komplexität und Zeitaufwand, und selbst Menschen mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne kommen gut vorwärts.
“Die Aufmerksamkeit ist der Meißel des Gedächtnisses.” – François Gaston de Lévis
[Foto: dragon30/photocase.de]
